Konflikte im Team lösen

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Konflikte gehören zum Leben, ob in der Geschäftswelt oder im privaten Bereich. Überall, wo Menschen miteinander zu tun haben, sind Unstimmigkeiten nicht auf Dauer zu vermeiden. Damit diese nicht zu üblem Streit und echten Aggressionen ausarten können, ist intelligentes Konfliktmanagement gefragt. Besonders bei teaminternen Zwistigkeiten in Unternehmen gehört diese Fähigkeit zu den wichtigsten Führungskompetenzen.

Denn Konflikte sind nun mal menschlich. Sie werden häufig als unangenehm empfunden und führen deshalb zu Meideverhalten. Das bedeutet in diesem Fall, dass Streitigkeiten unter den Teppich gekehrt werden. Wer Konflikte im Team lösen und zukünftig möglichst verhindern möchte, sollte stattdessen die Chancen erkennen, welche damit verbunden sein können.

Wie entstehen Teamkonflikte?

Damit Sie Konflikte im Team lösen können, sollten Sie die häufigsten Gründe dafür kennen. Es gibt zahlreiche Modelle und Methoden zur Konfliktlösung, die richtigen Strategien ergeben sich aber aus den jeweiligen Ursachen für Differenzen in der Gruppe. Es gilt also zunächst herauszufinden, um welche Art von Konflikt es sich im konkreten Fall handelt. Denn Unstimmigkeiten zwischen Kollegen erfordern andere Konfliktlösungsstrategien als beispielsweise Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Führungsteams.

Einige Beispiele für typische Ursachen:

Eigenheiten der Teammitglieder

Menschen sind individuell verschieden und das ist ja auch gut so. Allerdings können manche Eigenheiten auch zu Problemen führen. Ein pedantischer Mensch wird in der Regel mit einem eher locker gestrickten Kollegen seine Schwierigkeiten haben. Beide Eigenschaften können für ein Team von Wert sein. Der eine Mitarbeiter achtet auf Genauigkeit, während der andere mit kreativen Ideen um die Ecke kommt. Aus solchen Gegensätzen ergeben sich jedoch allzu häufig Teamkonflikte.

Als Führungskraft müssen Sie hier empathisch agieren. Die Lösung besteht darin, beiden Charakteren die Vorteile des Gegenparts vor Augen zu führen. Das gelingt mit offener Kommunikation und Wertschätzung. Vor allem für junge Chefs mit wenig Erfahrung eine große Herausforderung. In einem hochwertigen Führungskräfte-Training lernen die Teilnehmer im geschützten Raum, diese erfolgreich zu bewältigen.

Unklare Zuständigkeiten

Wenn es innerhalb des Teams zu unterschiedlichen Meinungen über bestimmte Zuständigkeiten kommt, nennt man das Schnittstellenprobleme. Diese können das Miteinander und die reibungslosen Abläufe im Kollegenteam erheblich stören. Motivation und Zusammenhalt in der Gruppe leiden dann genauso darunter wie die wirtschaftlichen Ergebnisse.

Als Führungskraft sollten Sie von vorneherein dafür sorgen, dass eine Diskussion über Zuständigkeiten nicht entsteht. Klare Regeln schaffen hier Transparenz und Sicherheit. Mit guter Führung fördern Sie so aktiv die gemeinsame Performance im Team.

Rollenkonflikte

Genauso wie unklare Zuständigkeiten führen auch uneindeutige Rollen im Team zu Konflikten. Ältere Mitarbeitende nehmen sich mitunter Rechte heraus, die ihrer Meinung nach aus längerer Betriebszugehörigkeit resultieren. Ein jüngerer Kollege mit höherer Kompetenz wird das jedoch nicht akzeptieren.

Ob auf der Management-Ebene oder in den einzelnen Abteilungen, in jedem Team müssen Rollen klar definiert sein. Ansonsten wären Machtkonflikte nicht zu vermeiden. Klare Führung bedeutet für Teamleiter auch, jedem einzelnen Mitglied Aufgaben, Rang und Rolle von Anfang an konkret zuzuweisen.

Problematische Vorfälle

Manchmal geschehen im Arbeitsalltag Dinge, die zu Streit führen. Missverständnisse arten mitunter so sehr aus, dass sie eskalieren und böse Worte zwischen Kollegen verursachen. Beide Parteien sind dann so aufgebracht, dass eine einvernehmliche Beilegung des Streits nicht mehr möglich ist. Wenn zwei Menschen in einem Zwist aneinandergeraten, braucht es häufig den berühmten Dritten. Der sich nicht freut, sondern schlichtend eingreift.

Konfliktgespräche mit beiden Seiten stehen jetzt an. Mit Empathie und diplomatischem Geschick muss der Chef versuchen, die konträren Bedürfnisse jedes einzelnen Mitarbeiters zu verstehen und die unterschiedlichen Interessen zusammen zu führen.

Veränderungen im Team

Kein Team bleibt immer gleich, Mitglieder gehen in Rente oder verlassen das Unternehmen aus anderen Gründen. Auch das kann zu Konflikten führen, insbesondere dann, wenn Gruppen vorher zwischenmenschlich gut funktioniert haben. Selbst wenn der Wechsel auf den ersten Blick reibungslos vonstattengeht, sorgt eine Veränderung der Teamzusammensetzung doch mindestens für eine gewisse Unruhe.

Mit intelligentem Change Management können Sie Konflikten vorbauen. Am besten kümmern Sie sich schon vor Eintritt der Veränderung um eine passende Strategie. Dabei ist es vor allem wichtig, alle Teammitglieder einzubinden. Positive Kommunikation spielt im gesamten Change Prozess eine entscheidende Rolle.

Die Herausforderung annehmen

Jede Führungskraft muss früher oder später mal Konflikte im Team lösen. Wer ein natürliches psychologisches Gespür mitbringt, ist da klar im Vorteil. Denn leider bekommt man diese Fähigkeit an keiner Uni praktisch beigebracht.

Lassen Sie Ihr Führungspersonal mit dieser ungewohnten Herausforderung nicht alleine. Denn das harmonische Funktionieren aller Teams im Unternehmen ist von entscheidender Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg.

Im professionellen Coaching werden die Teilnehmer behutsam und effektiv an das Thema herangeführt. Behutsam, weil die Herausforderung schnell überfordern kann. Effektiv wird ein Führungskräfte-Training durch Übungssituationen, welche die Praxis im Unternehmen eins zu eins abbilden.

Ein Patentrezept oder einen einfachen Leitfaden für gutes Konfliktmanagement gibt es nicht. Im Coaching lernen die Teilnehmer theoretische Grundlagen kennen, die sie dann im geschützten Rahmen unter Gleichgesinnten praktisch ausprobieren können. Die Herausforderung liegt unter anderem in der Anwendung auf unterschiedliche Situationen.

Ein einzelner Workshop reicht für die Erarbeitung funktionierender Konfliktstrategien nicht aus. Wiederkehrende Trainings helfen dabei, Führungsfehler bei Streitigkeiten im Team zu vermeiden. Es ist wichtig, die entscheidenden Konfliktphasen und ihre Auswirkungen auf die Beteiligten zu kennen. Dennoch werden Chefs mit immer neuen Situationen konfrontiert, die jeweils adäquate Strategien erfordern.

Konflikte im Team lösen: Methoden und Modelle

Es gibt verschiedene Strategien, wie man als Teamleiter problematischem Konfliktverhalten in der Gruppe begegnen kann.

Zwei der am häufigsten verwandten Ansätze:

Herr Liebhart erläutert in einem Heft einem Teilnehmer eine Seminare zur Führungskräfteentwicklung bei Mühldorf am Inn etwas

Eisbergmodell

Diese Methode wird auch 20-80-Modell genannt. Es geht dabei um die Kommunikation im Konfliktmanagement. Die zwei Ebenen sind dem Modell zufolge wie bei einem Eisberg verteilt. Die Sachebene der Kommunikation mit sichtbarem Verhalten ist mit einem Siebtel nur die Spitze des Eisbergs. Die Beziehungsebene nimmt hingegen mit Gefühlen und Ängsten sechs Siebtel ein. Der größte Teil eines Konflikts spielt sich also sozusagen unter dem Meeresspiegel ab. Um einen Kompromiss finden zu können, muss die Führungskraft als Vermittler Ursachenforschung betreiben.

GFK nach Marshall Rosenberg

Rosenberg war ein amerikanischer Psychologe, der das Konzept der ‚Nonviolent Communication‘ entwickelte. Die ‚gewaltfreie Kommunikation GFK‘ betrachtet Empathie und Wertschätzung als Voraussetzungen für funktionierendes Konfliktmanagement. Um verhärtete Fronten zwischen gegensätzlichen Parteien aufzulösen, empfiehlt Rosenberg zunächst die wertfreie Beobachtung. Dadurch wird der Schlichter in die Lage versetzt, jeder Seite die Position des Gegenübers zu verdeutlichen. Dazu gehört auch, wie Beteiligte die Streitsituation erlebt haben. Was brauchen die Beiden, um sich miteinander besser zu fühlen? Am Ende des Prozesses steht eine konkrete Bitte an die jeweils andere Person. Mithilfe dieser Vorgehensweise kann im Unternehmen eine positive Konflikt-Kultur etabliert werden.

Mediation und Supervision in der Konfliktlösung

Die psychologischen Anforderungen zur Lösung von Teamkonflikten überfordern viele Führungskräfte. Natürlich können Unternehmen dafür einen externen Mediator beauftragen. Ein Chef wirkt jedoch souveräner, wenn er selbst die nötigen Fähigkeiten beweist. Durch die Unterstützung seiner Mitarbeiter bei Zwistigkeiten verdient er sich nicht nur Respekt, er fördert auch die Motivation und die Loyalität der Teammitglieder.

Deshalb sollten alle Teamleiter sich in der Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien schulen lassen. Jede Streitsituation ist einzigartig und die Führungskraft muss immer individuelle Strategien finden.

Ein guter Coach ist auch erfahren in der Supervision der Teilnehmer. Buchen Sie ein wiederholt stattfindendes Seminar für Ihr Führungsteam, profitieren die Teamleiter vom regelmäßigen Feedback des Trainers. So legen Sie die Basis für kontinuierliche Optimierung. Und ein sich stetig verbesserndes Betriebsklima.

Wer Konflikte im Team lösen will, darf sich nicht auf negative Stimmungen durch Streitigkeiten einlassen. Als Führungskraft sollten Sie die Dinge stattdessen positiv angehen und Ihren Mitarbeitern die Chancen darlegen, die in jedem Konflikt verborgen liegen. Ein glücklich geschlichteter Zwist schafft gute Stimmung, die förderlich für Kreativität und Wachstum innerhalb des Teams ist.

Als gut geschulter Konfliktmanager bringen Sie unterschiedliche Meinungen unter einen Hut und bringen die gegensätzlichen Parteien wieder ins Gespräch. Das Team erlebt Sie nicht nur als autoritären Chef, sondern als wertvollen Ratgeber und menschlichen Beistand. So erreichen Sie im Team ein Gefühl von ‚gemeinsam sind wir stark‘. Und die Gruppe wird von nun an darauf vertrauen, Konflikte in Zukunft positiv lösen zu können.

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